Archiv 2006 :: Unterschriftenaktion

Gegen die Jagd auf Eisbären

DTHW Unterschriftenaktion

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Mitte Januar 2005 gab eine dänische Nachrichtenagentur bekannt, dass Grönland darüber nachdenkt, die Jagd auf Eisbären, die bisher nur Einheimischen vorbehalten war, auch Touristen zu gestatten. Gleichzeitig hatte auch Norwegen eine „zündende“ Idee, um Touristen
ins Land zu locken: Für 165 Euro können Jagdtouristen dort unter dem Motto „Polar-Events“ Robben jagen. Das Deutsche Tierhilfswerk e.V. hat daraufhin eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, um diesen „Wahnsinn“ zu verhindern.
Ein Bericht von Judith Schmalzl, DTHW-Büro München


Täglich gingen in der Geschäftsstelle München ausgefüllte Unterschriftenbögen ein. Mittlerweile dürften über 10.000 Unterschriften gegen Eisbären- und Robbenjagd als Tourismusattraktion zusammen gekommen sein. In den nächsten Wochen wird das DTHW die Unterschriftenlisten dem dänischen und dem norwegischen Botschafter in Berlin übergeben. Vielleicht geht es dem Eisbären nun doch nicht wie geplant ans Fell.
Das Interesse an der Eisbärenjagd sei enorm hoch, berichten Touristik-unternehmen, da der Abschuss der begehrten Trophäe Ausländern bisher nur in Kanada gestattet wird. Jagdbegeisterte sollen für 25.000 EUR einen Eisbären vor die Büchse bekommen. Die fadenscheinige Rechtfertigung: Die Einnahmen aus dem „Event“ sollen der so genannten „Naturerhaltung“ der Bevölkerung dienen. Bisher wurden jährlich 200 Eisbären erlegt, durch den Jagdtourismus würde sich die Zahl der getöteten Bären erheblich erhöhen.

Dabei wird dem Eisbären durch den Klimawandel ohnehin zugesetzt. Die Tiere sind durch die Erwärmung des Klimas in der Arktis bedroht. Um Nahrung zu finden, müssen sie immer weiter nach Norden wandern. Die Eisbärin hat eine geringe Fortpflanzungsquote. Eisbären werden ungefähr 20 Jahre alt und bekommen in ihrem Leben vier- bis sechsmal Jungtiere. Die Anstrengungen der Nahrungssuche verringern die Fortpflanzungsquote beträchtlich. Nach neusten Erkenntnissen seien bereits acht Prozent des arktischen Eises geschmolzen. Während Grönland noch über eine Quotierung der Abschüsse nachdenkt und die Unterschriftenlisten Einfluss auf die Entscheidungsfindung nehmen können, hat die norwegische Regierung bereits ihren Plan umgesetzt. Seit 01.03.2005 wurden 2.100 Robben zur Jagd freigegeben. 2.100 Robben – für 693.000 EUR verkauft – fast ein Fünftel des Gesamtbestandes. aktion tier hofft, mit den Unterschriften die norwegische Regierung dazu zu bewegen, die Entscheidung zurück zu nehmen.


 

erstellt am: 28.01.2006
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